KRAWUMM!!!!!!!!!

“Hilfeeee, Hilfeee, die Welt geht unter”, das ist mein erster Gedanke, als ich aus dem Tiefschlaf hochschrecke. Vor einer knappen Stunden wurden wir schon einmal geweckt, allerdings durch die sanften Rufe unserer Mannschaft, die sich um eine Stunde “verfrüht” hatte (Christine Nöstlinger nennt es in “Luky live” ‘nach vorne hin unpünktlich’ ;-)). Dann (laut zu Thomas): “bei dem Wetter gehe ich nicht los zum Gipfel”.

KRAWUMM!!!!!!!!! Blitz dringt durch Zeltplane, Schlafsack und Augenlider KRAWUMM!!!!!!!!! “Wird es mit dem Gipfel jetzt doch nichts werden?” Dabei war ich am Vorabend so sicher gewesen, wie bei einem Marathon oder Ultra, wo (in guten Fällen) auch irgendwann der Punkt kommt, an dem ich weiß: es geht nichts mehr schief.

Das Unwetter tobt. Zwischen zwei Donnerschlägen und über das Geheul des Windes hinweg schaffen wir es, Thomas und Holger im anderen Zelt von unserem Nichtaufbruchswillen in Kenntnis zu setzen. Zur Gegenrede besteht keine Möglichkeit, aber auch kein Bedarf. Auch die Mannschaft ist schnell überzeugt, bei diesem Wetter-Ungeheuer nicht länger draußen sein zu müssen.

Nach zwanzig Minuten scheint der Spuk zunächst vorbKRAWUMM!!!!!!!!! Blitz KRAWUMM!!!!!!!!! Meine Hoffnungen auf den Gipfel sinken in ungeahnte Tiefen. Dann klärt es auf. Auf unserem Zelt liegen 20 Zentimenter Neuschnee, als wir um 1 Uhr, voll bekleidet und mit Stirnlampen, herauskriechen. Noch schnell ein heißer Tee mit viel Zucker hinter die Binde gekippt, dann beginnt der Aufstieg.

Im Neuschnee scheint sich besser zu gehen als auf dem rohen Stein. Ich mache zunächst die zweite Frau und gehe hinter dem Guide. Wir passieren die Platten, die ich glücklicherweise schon kennen, und nehmenm das darüber liegende vorgeschobene Basislager schon gar nicht mehr zur Kenntnis.

Es ist einfach nur dunkel, kleine, schneidende Schneeflocken wehen mir von rechts ins Gesicht und ich schaffe es nicht, mit den dicken Fäustlingen mein Schlauchtuch so weit hochzuziehen, dass dies verhindert wird. Schritt um Schritt, Stockhub um Stockhub geht unsere kleine Gruppe voran. Ab und zu bremse ich hier noch den Guide, was allerdings mehr aus Vorsicht geschieht, denn aus echter Not. Mir geht es überhaupt nicht schlecht, ich will nur keine Zeichen von Anstrengung spüren!

Einfach nur dunkel: Pause beim Gipfelaufstieg

Einfach nur dunkel: Pause beim Gipfelaufstieg, Foto: TS

Steil ist es schon an einigen Stellen, und man muss auch die Beine einigermaßen anheben, um auf vereinzelte Platten hinauf und zwischen Brocken hindurch zu kommen. Zum einzigen Mal bereue ich, dass weder ich noch die gesamte Mannschaft mit Trinkschläuchen ausgestattet ist, denn die eine Trinkpause, die wir dann wohl oder übel nach ca. 400 Höhenmetern einlegen, bringt meine Zehen zum Abfrieren und den Rest meines Körpers so weit außer Wallung, wie er wohl noch nie war.

Kurz davor oder danach gebe ich die “Führung” ab. Zwei von uns müssen “hinter den Fels” und ich bin wohl – soweit sich das im Dunkel, Nebel und Schneetreiben abschätzen lässt – auch nicht die momentan am wenigsten Belastbare. Um uns herum ist es in meiner Erinnerung still. Vielleicht liegt es daran, dass ich auf jeden Schritt atme bzw. schnaube (soll trainierte Sportler vor Höhenkrankheit bewahren). Dazu kommt noch das helle “Klack, Klack, Klack” der Stöcke auf gefrorenem Grund.

Lichter sehen wir aber sehr wohl. Die meisten davon sind vor uns (es sind doch tatsächlich fast alle anderen Gruppen bei dem Getöse der Mitternachtsstunde losgegangen!) und werden im Verlauf des steiler werdenden Hanges überholt. Ich beneide kaum jemanden von diesen Leuten. Hier oben kann man sehen, was mangelnde Akklimatisierung und fehlende Fitness gemeinsam anrichten können. Selbst halte ich mich weiterhin recht strikt an den “schnellen” Atemrhythmus. Außerdem beschäftigt mich eine einzige Frage: “Wo ist das Problem?” Denn in allen, wirklich allen kommerziell vertriebenen Berichten über diese Tour wird die Gipfelnacht als derart furchtbar und der Anstieg als schrecklich überwältigend beschrieben. Ich freue mich dagegen einfach, hier unterwegs zu sein und bin gewiss, dass ich es mit der Taktik “rechter Fuß, linker Fuß” schon schaffen werde.

Dämmert es da leicht am Horizont? Nein, noch ist es ein roter Reflektor, der angestrahlt von dahinter getragenen Stirnlampen von einer über uns dahinziehenden Gruppe reflektiert. Durch kurze Rücksprachen mit Holger, der als Einziger von uns einen Höhenmesser trägt, weiß ich, dass wir längst über 5500 Meter hinaus sind. Und auf einmal kauern sich alle links an Felsen. Stella Point ist erreicht, für die, die es nicht weiter schaffen, gibt es auf der Urkunde ein Häkchen für diesen Punkt, und der “Kili” gilt offiziell als bestiegen.

Kauern am Felsen: Stella Point (5737 m), Foto: HB

Kauern am Felsen: Stella Point (5737 m), Foto: HB

Mir ist einfach nur kalt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Sonne gerade aufgeht. Steif gefroren, nestle ich irgeneine weitere Wärmeschicht aus dem Rucksack und muss mich dann ziemlich beeilen, den Anschluss an die anderen zu finden, die bereits in Richtung des echten Gipfels, des Uhuru Peaks, enteilt sind.

Im Aufbruch leiere ich Thomas S. noch den Erdnuss-Schokoriegel einer bekannten Marke aus den Rippen.  Drei atemlose Bissen, und die Energie ist da, um diesen traumhaften Weg durch die weiße Pracht noch einmal richtig zu genießen. Ein wenig strauchle ich nun schon, zugegebenermaßen, aber das muss einem in weichem Pulverschnee, der auf Vulkanasche liegt und auf einem meterbreiten Weg nicht wirklich Angst machen.

Weiße Pracht: Letztes Stück zum Kili

Weiße Pracht: Letztes Stück zum Kili, Foto: TS

Im Gegensatz zu meinen Erwartungen “guckt” man von hier oben nicht direkt in den Krater – jedenfalls nicht, wenn man es nicht darauf anlegt. Dafür beschirmen links des Weges in Richtung Süden und auch in weiterer Ferne Richtung Osten mächtige Vertikal-Gletscher den Weg aus der Ferne. Solche gibt es – aufgrund des Einstrahlwinkels der Sonne, die Schnee zum Tauen bringt – nur in den Tropen!

Wuchtig: Gletscher beschirmen den Weg

Wuchtig: Gletscher beschirmen den Weg

Ich freue mich an der Schönheit der Natur und des Augenblicks, und schon jetzt macht sich innerlich eine unglaubliche Zufriedenheit breit. Die schönsten Momente sind die, in denen man sich noch mitten beim Erfolg haben selbst beobachten kann. Und ich glaube, dazu trägt die Höhenluft bei.

Vor kleinen Torheiten schützt sie allerdings nicht, und da Thomas S bereits die letzten 50 Meter zum Gipfel(-schild) gesprintet ist, tue ich es ihm – entlang an einer leicht verdutzten Menschenschlange – gleich.

Zu fröhlich für letzte Kraft: Gipfelsprint

Zu fröhlich für letzte Kraft: Gipfelsprint, Foto: TS

Danach brauche ich ganz schön lange, um wieder zu Atem zu kommen. Ein bisschen wie bestellt und nicht abgeholt stehe ich nordöstlich hinter dem Schild, mit dem sich jeder stolze Tourist einmal fotografieren lassen möchte. Aufgrunddessen ist aber auf dieser Gipfeletappe auch fast nichts schwieriger als das. Entsprechend sehen wir uns das Treiben auch zunächst einmal von hinten an, treten dabei Spuren in noch jungfräulichen Schnee und machen die obligatorischen 15 Liegestütze (Sport ist ja gesund!)

Uriger von Weitem: Uhuru Peak

Uriger von Weitem: Uhuru Peak

Dann machen wir aber das Touri-Foto doch noch ;-)

Geschafft: Das Touri-Foto

Geschafft: Das Touri-Foto, Foto: HB

Nach diesem Moment traue auch ich mich endlich, die Außenhandschuhe abzustreifen und zumindest ein paar Erinnerungen auf Film alias Speicherkarte zu bannen. Ein Fehler, denn solche Eisfinger werden bei dem kalten Wind nicht wieder warm hier draußen.

Dann heißt es unversehens Abschied nehmen. Ich bin traurig, dass es das schon gewesen sein soll, dabei waren wir im Vergleich mit anderen Gruppen wirklich lange hier oben. Noch ein Blick auf den Gletscher hier und ein Erinnerungsbild vom Zackenkamm des Mawenzi da:

Wildheit: Mawenzi

Wildheit: Mawenzi

Den Rest der Etappe “fahren” wir nun durch das frisch beschneite Geröll ab, eine Riesen-Gaudi und dazu noch knieschonend: yippieh!

Der Rest ist Schweigen: Abfahrt durchs Geröll

Der Rest ist Schweigen: Abfahrt durchs Geröll, Foto: TS


Was machen Bergsteiger, die eigentlich nur noch eine halbe Nacht vom Gipfel trennt? Wenn sie vernünftig sind, gönnen sie sich noch einen Tag. Und das haben wir getan.

Zwischen Geröll, den Gipfel ebenso fest im Blick wie die an Unappetitlichkeit kaum zu übertreffenden Toilettenanlagen, campieren wir im Barafu-Camp. Nachdem vor allem ich als Anfängerin es mit so viel Bravour und ansteigender Berg-Form bis hierher geschafft habe (und wie schön war es, in der Ranger-Hütte Schutz vor dem kalten Wind und dem Regen zu finden in dem Bewusstsein: “Ich bin im Basislager”), heißt es “nichts überstürzen”.

Zwischen Geröll: Unsere Zelte im Barafu Camp

Zwischen Geröll: Unsere Zelte im Barafu Camp

Stattdessen legen wir – entgegen dem ausdrücklichen Rat unserer einheimischen Guides – einen Akklimatisierungstag ein. Das heißt, man schläft zwei Nächte hintereinander auf gleicher Höhe und unternimmt am dazwischenliegenden Tag eine unanstrengende (Bergsteiger-Jargon) Wanderung mit wenigen hundert Höhenmetern bergauf. Das bedeutet in erster Linie gute Laune und viel Zeit für Muße und Entspannung.

Gute Laune: Akklimatisierungstag im Barafu Camp

Gute Laune: Akklimatisierungstag im Barafu Camp, Foto: TF

Selbst das Wetter ist uns hold, am Nachmittag des Aufstiegs wie auch am Akklimatisierungstag selbst. So steigen wir ruhig, “polepole”, hinter unserem Assistant Guide auf, erst durchs Geröll, dann über Platten (was ich perönlich am unangenehmsten Finde und dann schließlich in Serpentinen einen Hang hinauf.

Während hinter uns die bunten Punkte der Zelte merklich kleiner werden, machen wir quasi “mitten auf dem Weg” eine unangenehme Entdeckung. Gestalten kommen uns entgegen. Zumindest manche, grün im Gesicht und flankiert von zwei Guides, können sie sich kaum auf den Beinen richten, den glasigen Blick schon nicht mehr auf dieser Welt. Unter uns: Bevor ich mich intensiver damit zu beschäftigen anfing, hätte ich es echt “spacig” gefunden, so dort rumzustapfen.

[---Foto entfällt aus Pietätsgründen---]

Im Nachhinein wünsche ich das aber niemandem und kann nur sagen, dass man an die Akklimatisierung und Höhentaktik ruhig einen Gedanken zu viel verschenken kann – es lohnt sich nämlich. Ziemlich unbeeindruckt, gönnen wir uns eine Pause und schießen ein Vor-Sieg-Foto im Nationalmannschaftsdress:

Kein Fake: Fröstelnd in der Pause

Kein Fake: Fröstelnd in der Pause, Foto, TF

Wie nicht anders zu erwarten, geht es dann wieder den Berg hinunter. Hatten sich zwischenzeitlich ein paar Nebelschwaden den Berg hochgezogen, so ist es bei unserer Ankunft wieder sonnestrahlend.

Eigenwillig: Nebel hin, Nebel her

Eigenwillig: Nebel hin, Nebel her

Da wir noch nicht einmal Mittag haben, gilt es noch einmal, Mußestunden zu verbringen. Was würde sich da mehr anbieten, als endlich mal den “Haushalt” auf Vordermann zu bringen?

Endlich Alltag: Schlafsäcke lüften

Endlich Alltag: Schlafsäcke lüften

Dann gab es irgendwann Mittagessen und dann hieß es wieder Zeit totschlagen bis zum frühen Abendessen, das unsere Henkersmahlzeit vor dem großen Moment sein würde. Im Gegensatz zur Voraussage unserer Guides bekamen uns alle Mahlzeiten trotz der Höhe (und wegen der Bewegung an frischer Luft) vorzüglich.

Der Hunger treibt's hinein: Mittagessen

Der Hunger treibt’s hinein: Mittagessen

Was auch nicht nachließ, war unsere geistige Leistungsfähigkeit. Thomas und ich vertrieben uns die Zeit im sonengewärmten Zelt nämlich mit dem Lernen von Suaheli-Vokabeln (was auch sonst). Wetten, dass auch er noch weiß, dass “kuondoka” und “kuonyesha” heißt? …und “kuimba” und “kucheza” und “kunawa” <Händewaschen", während “kufua” ist? Kurz: man hat Zeit da oben.

Beim Abendessen – der andere Thomas ist nun auch von seiner Tour an den Fuß des Nebengipfels Mawenzi zurückgekehrt – wird der Aufstieg konkret geplant. Das heißt vor allem, die Aufstehzeit so festzulegen, dass man möglichst genau bei Sonnenaufgang am Kraterrand – beim “Stella Point” ist. Im Zweifel jedoch lieber zu spät als zu früh, denn wie man auf die Sonne wartend in solchen Höghen friert, durften wir ja bereits am Mt. Meru erfahren.

Leider bleibt die Verständigung mit unserem Guide schwierig, und wir schaffen es nicht so recht, ihn auf eine Zeit nach 1 Uhr (für’s Losgehen, was 0:30 Uhr Wecken bedeutet) herauf zu handeln. Noch schnell Teewasser bestellen (ebenfalls chaotisch wie immer mit unserer Begleit-Mannschaft), dann geht es semi-zufrieden in die Zelte.


Na, habe ich euch genug auf die Folter gespannt? ;-) Also, ich hatte eine gute Nacht, und wir setzen die Wanderung fort! Allerdings: man soll es ja nicht gleich wieder übertreiben. Deshalb werden wir zunächst nur eine halbe Etappe hinter uns bringen: im Wanderführer angegebene 4-5 Stunden bis zu Karanga Camp – und dann dort entscheiden, wie es weitergeht.

Als Erstes wartet auf uns die “Breakfast Wall”. Laut Wanderführer der schwierigste Teil unseres Treks, der ziemlich steil ist und unbedingt morgens früh begangen werden müsse, da er sonst taue und rutschig würde. Also gemächlich los.

Auf den ersten Blick ragt diese Wand auch wirklich wie eine Drohung in den Himmel. Dabei überwindet man an ihr nur knappe 300 Höhenmeter, und wenn wir ehrlich sind, handelt es sich im Großen und Ganzen um ein etwas kruckelig gebautes Treppenhaus:

Kruckeliges Treppenhaus: Breakfast Wall

Kruckeliges Treppenhaus: Breakfast Wall, Foto: HB

Wie schon in den letzten Tages, achte ich zwecks Akklimatisierung peinlich genau darauf, nicht außer Atem zu kommen. Das ist auch nur deshalb ein mittelgroßes Kunststück, weil es im oberen Bereich so schöne leichte Plattenklettereien gibt. Auf ihnen überhole ich frohen Mutes eines mittellange Kolonne amerikanischer College-Anfänger – und schon bald können wir im Wind eine Pause machen und die paar doch geflossenen Schweißtropfen abwedeln:

Pause im Wind: Auf der Breakfast Wall

Pause im Wind: Auf der Breakfast Wall, Foto: TF

Mir geht es seltsam gut, und nach etwas Tee und (ich glaube) Studentenfutter geht es auf der anderen Seite wieder hinunter. Es wird warm, und es wird grün.

Grüne Schwüle: Steil bergab

Grüne Schwüle: Steil bergab, Foto: TF

Nach unendlich erscheinendem steilem Abstieg erreichen wir ein Flüsslein. Die Schwüle gebietet eine Trinkpause, und in gewisser Weise ist die auch die letzte echte Trinkpause der gesamten Tour. Bis hierher, zu sogenannten Last Water Point, müssen die Träger aus dem Hochlager zurückgehen, um dieses mit Wasser zu versorgen.

Trinkpause für den Trek: Last Water Point

Trinkpause für den Trek: Last Water Point

Um unsere heutige Zwischenstation zu erreichen, müssen wir nun nur noch ebenso steil wieder hoch, wie wir gerade heruntergewandert sind. Wer das schonmal gemacht hat, weiß, dass es wenigstens die Knie weniger beansprucht als das Bergabgehen.

Nicht so schlimm: wieder hoch

Nicht so schlimm: wieder hoch

Dafür zieht uns wieder Nebel entgegen, und so ist der Genuss des Ankommens im Karanga Camp nur von kurzer Dauer:

Begrenzt: Pause draußen

Begrenzt: Pause draußen, Foto: TS

Allerdings frage ich mich schon sehr bald, warum ich eigentlich nicht weitergehen sollen wollte. Also beschließen wir zur Freude der anderen Gruppenmitglieder noch vor dem Mittagessen, nach ebendiesen den Weg fortzusetzen.

Nicht das einzige Argument: Ein kräftiges Mahl

Nicht das einzige Argument: Ein kräftiges Mahl

Ob der Nebel schlimmer geworden ist? Ich weiß es nicht. Jedenfalls steigen wir kontinuierlich und langsam hinter dem Karanga Camp den Hang hinauf. Holger, der als einziger einen Höhenmesser hat, frage ich in regelmäßigen Abständen nach dem Wert. Dabei merke ich, dass ich so langsam ein Gefühl dafür bekomme, wieviel Höhe wir in welcher Zeit gewinnen.

Wir machen Trinkpausen und spielen das schöne Spiel “Sachen an/Sachen aus” (aber mehr “Sachen an, denn wärmer wird’s jetzt nicht mehr).

Mehr Sachen an: Auf zum Hochlager

Mehr Sachen an: Auf zum Hochlager, Foto: TS

Im Rückblick weiß ich gar nicht, wie lange dies Etappe gedauert hat. Ich weiß nur, was ich nicht hatte: keine Kopfschmerzen, keine Übelkeit, keine sonstigen Probleme. Auch die für mich zuvor “kritische” Höhe von 4.600m überschreiten wir, ohne dass sich mein Körper bemerkbar macht.

Stattdessen macht mein Herz bald einen Sprung, denn auch das Hochlager Barafu Camp hat den Alpenvereinshütten diesen netten Zug voraus, bereits aufzutauchen, wenn man noch nicht danach schmachtet. Über uns, herausragend aus einem blockbesetzten Grat, thronen bereits die ersten Holz-Toilettenhäuschen. Noch eine Trinkpause und ein wenig Blockkletterei, dann sind wir da.

Vor unserer Mannschaft, weshalb wir zunächst nur die Hälfte des Herumstaksens auf dem ansteigenden, felsübersäten Geländes des Camps erledigen müssen und dann freundlichen Unterschlupf in der Ranger-Hütte finden.

Freundliche Aufnahme: In der Rangerhütte

Freundliche Aufnahme: In der Rangerhütte

Dann – das Warten scheint endlos und dauert wohl auch eine Stunde – können wir zu unseren Zelten weitergehen. Wie ich so den gerölligen Hang seitlich hinuntersteige, bemerke ich schon eine gewisse Trittunsicherheit. Aber was soll’s: wir haben morgen den ganzen Tag, um uns auszuruhen und bei einer Mini-Wanderung an die neue Höhe zu gewöhnen. Wird schon…

Fast oben: unsere Zelte im Barafu Camp

Fast oben: unsere Zelte im Barafu Camp, Foto: TS




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