von Alexrk2 [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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Europa hat gewählt – und bleibt vorerst ohne Regierung! Das ist das Ergebnis der Wahl zum Europäischen Parlament in der am Sonntag zuende gegangenen Wahlwoche. Die ins Europäische Parlament gewählten Fraktionen können keine Mehrheit finden: während die Konservativen an ihren Rändern abbröckeln, werden die Stimmen für eine Rot-grün-liberale Eurokoalition ohnehin nicht aus.

So ruhen wieder aller Augen auf denen, die wir eigentlich nicht mehr sehen können: die Staats- und Regierungschefs, die in Europa nun eigentlich etwas weniger den Ton angeben sollten. Und über ihnen allen “Madame Merkel”, starke Frau eines starken Deutschlands wider Willen. Es ist nicht auszuschließen, dass sie das Zünglein, pardon: das entscheidende Gewicht auf der Waage sein wird, wenn Pro und Contra für Europas ersten Mann (oder die erste Frau) diskutiert werden. Hinter verschlossenen Türen.

Das Wahlrecht ohne Einzugsklausel (wie die 5-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen) führt zum Einzug vieler Mini-Fraktionen und somit zu einer Zersplitterung des Parlaments. Die Tatsache, dass man sich auch innerhalb der “Parteifamilien” selten transeuropäisch einig ist, macht nichts besser. Also braucht es ein Mindestquorum. Und zusätzlich einen Wahlmodus für den Parlamentspräsidenten, der auch tatsächlich einen solchen hervorbringt – und sei es im 3. Wahlgang mit einfacher Mehrheit.

Nur dann kann Europa werden, was die Europapolitiker uns versprechen: eine Demokratie. Denn nur wenn das Parlament tatsächlich in der Lage ist, eine Regierung zu bestimmen, die es dann kontrolliert, wandern die wichtigen Entscheidungen nicht in die Hinterzimmer. Somit benötigt Europa – auch wenn dies schwer zu vermitteln ist – nur eins: weitere Reformen.

 


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Es ist noch nicht einmal halb 8. Bei starkem Kaffee Zeit, einmal den gestrigen Tag Revue passieren zu lassen. Und der war geprägt von: Parkplatzsuche, Hotelsuche und freundlichen Menschen.
Ich erzähl’ die Pointe mal gleich: das Hotel kann man mit dem Auto nicht finden, egal wie zielsicher man es einkreist und egal wie oft man sich von Passanten “beraten” lässt – es liegt in einer Fußgängerzone, übrigens direkt am Aaboulevarden, einer Art Mischung aus Alsterkolonaden und – um ihm das Schicki-Micki zu nehmen – modern gestaltetem Bahnhofsvorplatz.
Nachdem ich das Wesentliche also geschnallt hatte, entscheide ich mich, irgendwo zu parken und das Hotel zu Fuß aufzusuchen. Doch selbst “irgendwo” ist in Århus in Verbindung mit Parken gar nicht so einfach. Ich bin sogar schon wild entschlossen, beliebige Gebühren auf mich zu nehmen, da fällt mir ein: Ich habe ja gar kein Geld! Zumindest keine Dänischen Kronen, die ich weltläufig in einem der zusammenhanglos in der Landschaft stehenden Automaten versenken könnte.
Scharf rechts! Da erwische ich einen. Augenscheinlich ohne Gebühr. Doch so ganz geheuer ist mir die Sache nicht. Also nochmal zurück dorthin vom Hotel. Muss ich sowieso, brauche ja meine Sachen. Und den nächsten Passanten aufgegabelt. Der bemüht sich redlich, kann aber leider nicht gut genug Englisch. Ich verstehe nur “tonight, not pay” – was auch so ziemlich das Einzige ist, was ich an diesem Park-(Leit-?)System hier so auf die Schnelle zuordnen konnte: zuerst auf dem Schild die Bezahlzeiten für Wochentage, dann für Samstag. Ich höre dem Herrn geduldig zu. Als ich ihn ermuntere, mir auf Dänisch zu sagen, was zu sagen ist, sagt er “Kiosk”. Mich bedrängt der Gedanke, den ich seit meiner radebrechenden Debarkation in diesem Land ständig habe: “Nur nicht Smørebrød sagen!” Dabei würde ich gar nicht über die Leute lachen, sondern mit ihnen.
Nach noch mehr Schilderlesen parke ich mein Auto schließlich auf eine eingezeichnete Fläche in einer Wohnstraße um. So richtig gespannt bin ich nicht, ob diese nicht auch vom ausgefeilten “Ruf hier an und zahle da”-Parkraumbewirtschaftungskonzept erfasst ist. Dabei ging das Abenteuer mit einem Schild an, das ich verstand: “Spæret” :-(


Gerade bin ich zu Besuch in der Hauptmensa der TU Braunschweig. Da die Vorlesungen nächste Woche beginnen, wird mit Flyern geworben für zahlreiche Veranstaltungen.
Unter den wissenschaftlichen fiel hier die Ringvorlesung “Faszination Akustik” besonders ins Auge. Experten der unterschiedlichsten Institutionen und Fächer zeigen dort augenscheinlich aktuelle Perspektiven vom leisen Haus bis zur ‘Active noise control’. Sogar Exkursionen stehen auf dem Programm.
So weit, so einladend, und sogar Leistungspunkte können erworben werden: 2, sofern man “die erfolgreiche Teilnahme [...] in einem Abschlussgspräch” nachweist? Wie bitte? Und die meinen das wirklich ernst. Programmpunkt für den letzten Termin: Prüfungen.
Darf ein Mensch – auch ein Student oder eine Studentin – sich nicht einfach mal so mit einer Sache auseinandersetzen? Könnten nicht wenigsten die läppischen zwei Leistungspunkte genutzt werden, um (Achtung, Paradox!) ins Lernen ohne externe Reize einzusteigen?
Wünschen würd’ ich’s mir!

Anm.: Dieser Text bezieht seine Legitmation natürlich aus seiner Geltung über den Einzelfall hinaus. Nicht diese spezielle Veranstaltung läuft verkehrt, sondern leider viel, viel mehr!




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