Verheißung mit Lebkuchenduft

30Nov09

Es ist schon eine außergewöhnliche Zeit, die sich dieser Tage den Weg in unsere Lebenswirklichkeit bahnt. Ich bin mal wieder unterwegs. Diesmal in einer kleinen Gruppe, und es geht von Kirche zu Kirche mit der Aufgabe, sich Gedanken über Engel zu machen.

Engel? Da fällt mir leider nichts ein außer tief sitzendem Ressentiment gegen jeden billigen Symbolismus, gegen Heiligenkult längst vergangener Tage und fast schon Scham, in diesem Haufen dabei zu sein, von dem in der novemberlichen Nasskälte jeder seine engelsförmige Holzfigur in der Hand hält, selbstverständlich, nachdenklich, kindlich beglückt.

Wir kommen der Innenstadt näher, und wenn ich das nicht wüsste, dann könnte ich es riechen. Vom Weihnachtsmarkt und den Ständen, die wie eine Vorhut sicherlich auch in den abgelegeneren Straßen der Stadt stehen, weht ein süßlicher Duft herüber. Ich fühle mich zurück versetzt in eine Kindheit, die es so wahrscheinlich nie gab. Denn ehrlich gesagt mochte ich als Kind das meiste dieses Zeugs nicht, das es auf Weihnachtsmärkten so gibt: keine Schmalzkuchen oder Kartoffelpuffer, keine Crêpes, gebrannten Mandeln oder gar kandierte Äpfel und Zuckerwatte. Nur für eine Bratwurst mit Senf(!) konnte man mich schon damals begeistern.

Dennoch: jetzt freue ich mich auf Weihnachten. Der Adventsschmuck, den ich am Freitag vor diesem Marsch noch ganz aufklärerisch in der Mottenkiste lassen wollte, hat am Wochenende dann doch seinen Weg in Regale und an Simse gefunden. Wie entspanned es ist, morgens nach dem Aufstehen dazusitzen, und der Raum ist nur spärlich von einer Lichterkette erhellt! Übrigens verbreitet Lebkuchen, in offener Packung im Schrank aufbewahrt, auch in der eigenen Wohnung jenen Duft, der die Verheißung eines Weihnachtsmarktes ausmacht😉

Engel habe ich dann an jenem Freitagabend auch noch gefunden. Als Menschen, mit denen man über die Welt und manchmal auch über Gott sprechen kann. Und die für einen da sind, wenn man selbst schon denkt, man müsste sie eigentlich zu Tode nerven. Eine beruhigende Erkenntnis. Und eine gute Grundlage, das Lauftraining wieder aufzunehmen (Mi 19K, Fr21K, So15K).

Euch allen eine gute Adventszeit!



5 Responses to “Verheißung mit Lebkuchenduft”

  1. 1 Gerd

    Wieso habe ich eigentlich immer Trainingsverbot, wenn´s die leckersten Sachen zu Essen gibt?😉
    Als ob ich es nicht schon schwer genug habe!😆

  2. 2 Evchen

    Fast schon….aber nein, Du doch nicht (oder?).

    Ich sehe es ganz ähnlich: mit Kitsch kann ich nichts anfangen, aber die Gerüche, Lichterketten, Stimmungen, ja,. die mag ich auch.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir auch eine schöne Adventszeit. Du müßtest auch bald purzeltagen oder gehabt haben, gell?😉

  3. @Gerd:
    Warum fragst du mich das? Tust mir aber trotzdem leid, auch wenn ich nicht schuld bin!

    @Evchen:
    Was ist denn „purzeltagen“? *verwirrt*

  4. 4 Hannes

    Die Düfte … die ganzen Reize, die von so manch weihnachtlichen Eigenschaften ausgehen – sie sind angenehm, verführerisch. Eine schöne Stimmung. Hoffentlich kannst du die Weihnachtszeit genießen – ich wünsche dir schöne Wochen!

  5. 5 Evchen

    Ich meinte damit Geburtstag feiern.


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