Absolute Leseempfehlung

13Feb10

Hätte es nicht auf dem Wühltisch gelegen, ich hätte dieses Buch niemals gekauft. Mit seinem knallroten Cover und dem pseudo-hanschriftlichen „Energy“ quer über die Vorderseite gekliert, gehörte es in meinen Augen in die Esoterik-Ecke, womöglich auch noch extra für Frauen – pah! Außerdem habe ich längst genug von schlecht übersetzten Werken, die sich auf Englisch ebenso viel besser lesen, wie sie sich für US-amerikanische Lebensverhältnisse besser eignen.

Doch schon nach den ersten paar Zeilen war ich angenehm überrascht. Die Autorin ist keine durchgeknallte Amerianerin auf Psycho-I-can-do-it-Trip, sondern eine Schweizer Psychologin, die ihr Konzept auch in Seminaren an so unterschiedliche Völkchen wie Studierende und Manager weitergibt. Was sie uns mit „Energiekompetenz“ zu sagen hat, ist nicht immer bequem, hat aber eine gewisse Plausibilität und eine relativ hohe Alltagstauglichkeit.

„Energiekompetenz“ lehrt, darauf zu achten, zu welchen Zeiten (am Tag, in der Woche…) wir uns regelmäßig gut oder schlecht, konzentrationsfähig oder ausgelassen, energiegeladen oder greizt fühlen. Das Konzept ist nachsichtig genug, dem gestressten Leser oder der gestressten Leserin vorzuschlagen, sich die schlechteren Phasen einfach einzugestehen, und sich zu gönnen, was gut tut. Und es ist individuell genug, um uns an die Hand zu nehmen, wenn wir herausfinden, wann unsere ganz persönlichen Hochs und Tiefs auftreten.

Natürlich hat die Sache einen Haken, denn selbst in „Hoch“-Zeiten kostet es Überwindung, zumindest größere Projekte anzugehen. Doch auch hier lässt „Energiekompetenz“ seine Leser nicht im Regen stehen. Auf Basis tatsächlich wissenschaftlich fundierter Motivationstheorien beschreibt es Tricks und Verhaltensweisen (sympathisch: am Beispiel es regelmäßigen Laufens😉 ),  mit denen sich die schwierigen ersten Schritte hin zu notwendigen Veränderungen gehen lassen.

Ich habe bereits viele Bücher und Artikel im Themenbereich „Selbstmanagement“ etc. (an-)gelesen, doch dieses Buch sticht nicht nur wegen der einzigartigen Kompetenz und guten Lesbarkeit (halt keine Übersetzung) heraus. Vor allem hat man nicht dauernd das Gefühl, alten Wein in neuen Schläuchen zum 80. Mal aufgetischt zu bekommen. Und durch einige wenige, sehr präzise Selbstbeobachtungsaufgaben wird man unmittelbar dahin geleitet, seine eigenen Energie- und Stresslevel zu beobachten – und nach und nach nach diesen zu leben. Ich würde sagen: auf geht’s!



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