War was ;-)

11Sep10

Soo leicht sind sie mir nun auch nicht gefallen. Aber immerhin leicht genug, um alle Befürchtungen der Woche wegzuwischen, ob ich nicht auf den Kurzdistanzen zu schnell unterwegs bin und das beim langen Lauf zu spüren bekommen würde. Aber nichts dergleichen, eher „35 und kein bisschen weiser“.

Dabei fing es an wie alle meine morgendlichen Läufe. Vor dem Wecker wach, den ich mir um 7 Uhr gestellt hatte. Trinkflaschen gefüllt, den Gurt, der wohl langsam auch ein bisschen ausleiert (Gummi eben) bis Ultimo straff gezogen und los gings. Aber halt, 5:21? So schnell wollte ich maximal unterwegs sein. Außerdem dieses Mal noch ohne Endbeschleunigung und wenn, dann lieber „vorn“ etwas konservativer, um hinten raus noch Kraft zu haben.

Es kam, wie es kommen musste: Gestählt von einer harten Laufwoche, fühlte ich mich an allen Stellen besser als bei dem 27er vor zwei Wochen. Beine den Umständen entsprechend frisch, Puls tief, Luft da, was will man mehr. Ach ja, die Seele würde ich gern mal wieder baumeln lassen. Denn ist es nicht schön, wie der Morgennebel mit seinem leichten Schleier die Seefläche touchiert? Wie sich der eigentlich graue Himmel gelblich-rot färbt und die ersten herbstlichen Eichenblätter über mir immer noch ein Dach bilden. Leider starre ich die meiste Zeit auf meine Garmin und die darauf angezeigte Pace.

Kilometer 7, 14 (erster Wendepunkt), 21, hier einen halbe Müsliriegel reingeschoben und soviel Wasser hinterher getrunken, dass ich Seitenstiche bekomme. Einer der wenigen Kilometer, auf dem ich die Tempo-Untergrenze von 5:36 „ausnutze“. Irgendwann werden auch die anderen Menschen wach. Ich überhole eine Gruppe, von der ich ahne, dass sie „nur einmal um den See“ gelaufen sind. Da muss frau natürlich demonstrieren, dass 22 Kilometer in den Beinen ja praktisch gar nicht zu Buche schlagen. Ob ich die anderen davon überzeugt habe, weiß ich nicht. Mir selbst hilft es jedenfalls, wieder in Tritt zu kommen.

Langsam macht sich allerdings ein anderes Problem breit: nicht die Luft fehlt, sondern die Lust. Wie öde es ist, über 20 oder am Ende sogar über 30 Kilomter laufend unterwegs zu sein. Befürchtend, dass ich ansonsten mental zusammenbrechen könnte, entschließe ich mich gegen eine Extra-Runde um den See. Stattdessen werde ich in der Nähe meiner Wohnung vorbeilaufen, um jenseits des Kilometers 27 auf einer Strecke ohne Straßenüberquerungen unterwegs zu sein und diese für den „Ernstfall“, den Lauf mit Endbeschleunigung, auszuprobieren.

Nicht, dass jetzt jemand denkt, ich hätte einen Abstecher… Mit der 30er-Marke unmittelbar vor Augen läuft es sich auch gleich schon wieder besser. Ich werde die schweren Kilometer an dem anderen See mehr in meiner Nähe absolvieren, um dann nichts bis fast nichts mehr bis vor meine Haustür absolvieren zu müssen. 31 – noch 4, 32 – noch 3, da beschließe ich (man hat ja sonst nichts zu tun) mich schon heute an der Endbeschleunigung zu versuchen. Einige (wie ich denke) vorsichtig angezogene Schritte weiter zeigt Garmin 4:46 an. Allerdings auch erst 32,16 Kilometer. Ob ich das durchhalten werde? Werde ich, muss es aber nicht. Und da ich unterwegs dann noch eine etwas langsamer dahertrabende Laufbekannte treffe, geht Kilometer 34 mit 5:1x in die Geschichte ein. Bei m 35. will ich es dann aber nochmal wissen, bringe ihn in 4:58 hinter mich und lande – direkt gegenüber von meinem Haus. Wünschte, ich könnte mein Tempo so gut einschätzen wie die Länge meiner Laufstrecken!

Morgen allerdings wird nicht gelaufen, sondern geradelt, und das auch nur zum Schrebergarten meiner Mutter, um ein paar Kräuter zu holen. Die Knie, die Füße, und außerdem hoffe ich, dass dann bis Montag auch die Luft wiederkommt. Aber physisch: beide Daumen hoch!!!



4 Responses to “War was ;-)”

  1. Fitter denn je oder was wird das hier? *staun*

  2. 2 Ralph

    Was ist das denn für ein irrer Lauf?? Mir gehts genau wie Laufhannes, ich kann nur staunen🙂

  3. 3 Claudia

    Huch…wie kannst Du bloß so schnell UND so weit laufen? Wahnsinn!
    Ich wollte Dir noch etwas über den Steffny-Vortrag erzählen, kannst Du mir bitte Deine e-mail-Adresse schicken?

    Viele Grüße!
    Claudia

  4. 4 Christiane

    Hallo ihr alle,

    ich glaube, dafür gibt es eine ganz einfach Erklärung, und die heißt: falsche Ausgangsdaten. Wenn ich den Marathon in 5:30 Std. laufen kann, aber einen Trainingsplan für 4:30 nehme, werden meine Trainingsleistungen wahrscheinlich von denen im Plan abweichen. Dassselbe gilt, wenn man für 3:14 trainiert, obwohl man womöglich 3:08 oder 3:02 oder… laufen könnte.
    Man munkelt hier in meiner nicht-virtuellen Laufumgebung, ich könne mich nicht richtig quälen und liefe deshalb „so langsam“.😎


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