Aus dem Alptraum erwacht

23Okt12

Weglaufen vor däuenden HimmelDoktoranden? Was machen die eigentlich die ganze Zeit? – Ach ja, ’n bisschen am Computer und zwischendurch mal anderswo was Schlaues abschreiben. So oder ähnlich muss es wohl sein, das Bild, das sich Unbeteiligte vom Leben und Treiben in der Wissenschaft machen.

Nun ja: Mein Alltag sieht anders aus. Und nicht nur zu meinem Bedauern, denn das Bedürfnis, mich mit fremden Federn zu schmücken – gar 250 Seiten zusammenzucopy-n und zu paste-n – habe ich nie verspürt. Doch aber sehr stark das, ein paar Ideen – krumm oder weniger, je nach Tagesform – zur Publikationsreife zu bringen. Und bei dieser Sache, diesem Prozess, der es ja wohl nunmal ist, wenn man sich dreieinhalb Jahre sowas widmet, stehe ich jetzt irgendwo kurz vor Ende. Und das heißt in erster Linie:

a) interessante Dinge in der Praxis entdeckt
b) irgendwie fruchtbare Ansätze in Wissenschaft gefunden
c) deren Zueinanderpassen entdeckt oder herbeigewünscht
d) sie praktisch – in einer Studie – auf die Probe gestellt
e) das Ganze organisiert und durchgestanden
f) und dokumentiert und analysiert und auf b) und c) zurückbezogen
g) a) bis f) in einem zusammenhängenden Text beschrieben

zu haben.

Da stehe ich jetzt also. Will bald fertig werden und muss es „nur“ noch überarbeiten. Dumm nur,
i) dass zwischen b) und g) knapp 3 Jahre liegen
ii) dass sich in dieser Zeit das eigene Denken sehr stark weiter entwickelt
iii) dass es schwierig ist, mit irgendwem über die ganzen Zwischenstadien und -ergebnisse zu sprechen.

So saß ich nun. Eine Woche, zwei Wochen. Und konnte mich einfach nicht hinbewegen zu meinem Schreibtisch. Habe dies und das gemacht, Verwaltung (die „andere Hälfte“ meines Jobs), einen Dienstreiseantrag und ein Poster und jede Menge Löcher in die Luft gestarrt, sodass ich davon Bauchschmerzen kriegte – oder so ähnlich.

Heute ging’s wieder. Einmal mehr rangequält, einmal (mehr) hat sich das Nicht-Aufgeben gelohnt.

Ein Alptraum endet – der Schleier lichtet sich – dank welcher höheren Macht?

Bildqulle: Gerd Altmann/pixelio.de



5 Responses to “Aus dem Alptraum erwacht”

  1. 1 Sabrina

    Beim Nichtstun entwickeln sich oft von ganz allein die besten Gedanken!! Ich bin jetzt übrigens bei e/f. g nenne ich „einkochen“.;-) Bald hast Du es geschafft!! Schön finde ich Deine alphabetische Auflistung, bei mir ist das Ganze ein Buchstabensalat mit ganz vielen Baustellen.:-)

    • 2 Christiane

      @Sabrina:
      Die alphabetisch geordnete Aufzählung ist a posteriori und idealiter😉 Im Ernst: so geordnet geht es selbst bei mir nicht zu, jedenfalls nicht innerlich.

  2. 3 OS

    Ich hatte in diesem Sommer mein Teif. Nur leider waren es nicht nur 2 Wochen, sondern so an die 6. Aber, da muss wohl jeder durch, der sich das heere Ziel einer erfolgreichen Dissertation gesetzt hat.
    Viel Erfolg jedenfalls!

    • 4 Christiane

      @OS: Danke für deinem Zuspruch. Finde es auch immer wieder interessant, wer sich auf einem Blog so einfindet. Persönlich aus dem „rl“ kennen tun wir uns ja meines Wissens nicht…

  3. Wäre ja schlimm wenn sich in der Zeit des Nichttuns nicht´s weiterentwickelt.
    Wenn ich damals alles gewusst hätte was ich heute weiß!
    Wer weiß!😉
    Du schaffst das. Keine Frage!


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