Jetzt reichts, Bahn!

10Dez12

Gestern wurde bekannt, dass die Verhandlungen beim Klimagipfel in Doha nur etwas weniger grandios gescheitert sind, als gedacht. Und pünktlich zu diesem Datum – dem 9. Dezember – führte die allseits beliebte „Bahn“ mal wieder ihre turnusmäßige Fahrplanumstellung durch. (Der denkende Mensch fragt sich da „wieso“, schließlich kommen Fahrpläne, im Gegensatz zu lila Schals oder neongrünen Bommelmützen, ja eigentlich nicht aus der Mode!)

Nichts Böses ahnend, machte ich mich durch Schneematsch auf den Straßen und fallenden Schnee vom Himmel auf den Weg zum Bahnhof. Um festzustellen, dass der Fahrplan auf meiner Pendelstrecke (Braunschweig Hildesheim) nicht eben „umgestellt“, sondern radial ausgedünnt worden ist. Eine und eine Dreiviertelstunde Wartezeit im kalten Bahnhof? Künftig statt eines Zuges um 9:16 Uhr (und einem um 11:15 Uhr) einer um 10:42 Uhr und der davor um 7???

Soll ich sagen, was ich da denke? Dass wir hier verk…eiert werden! Dass diejenigen, die (wie ich im Moment) z.B. ein Semesterticket schon bezahlt haben, einfach abgehängt werden. Den (wenn auch geringen) Grundbetrag verbucht man gern als Einnahme, ansonsten zwingt man die Bahnkundschaft in den ICE (der natürlich nicht mit dem Semesterticket genutzt werden darf), kassiert dafür 5,10 Euro mehr pro Strecke.

Nun bin ich froh, dass ich nicht „konsequent“ war: So konsequent, meinen Wagen abzuschaffen. Denn wenn das Kalkül: „Zug fahren ist kostengünstig, die Strecken zum und vom Bahnhof bescheren etwas Bewegung und auf der Fahrt kann man lesen“ bislang ausging, so ist es nun völlig ins Wanken geraten. Eine teilweise „3-stündliche“ Verbindung tagsüber, da hört der Spaß auf. Jetzt reicht’s, Bahn!

Wie wäre es denn, wenn Deutschland sich endlich preiswerten öffentlichen Personenverkehr leisten würde? Wie wär’s, mal nicht Autofahren teurer zu machen (das ist es für die Meheit ohnehin schon), sondern Bus und Bahn billiger? Und wieviele Passagiere mehr würde man für eine stündliche oder gar halbstündliche Verbindung gewinnen? Womöglich so viele, dass die häufigen Züge sogar noch gewinnbringend wären! Für die Umwelt wären sie es auf jeden Fall. So aber bleiben wohl viele dies: Umweltsünder wider Willen! Daher auch: Jetzt reicht’s, vermeintliche Umweltpolitik.



One Response to “Jetzt reichts, Bahn!”

  1. 1 rehwald

    Genau so ist es. Wenn die Bahn (oder der Nahverkehr allgemein) ein bisschen mehr auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen würde, könnte man viel mehr von dieser eigentlich sinnvollen Einrichtung nutzen. Doch wer flexibel sein muss/will und nicht 2 Stunden in kalten, verdreckten Bussen und Bahnen statt 1/2 Stunde im warmen Auto sitzen mag, ist mit solchen Angeboten so ziemlich gekniffen. Wenn das Wetter wieder einigermaßen ist, kann man (sich) wenigstens aufs Rad setzen. Bei dem Augenblicklichen Mistwetter geht das aber, fehlendem Räumdienst und persönlichem Kälteempfinden sei dank, aber nicht. Das ist aber wieder ein völlig anderes Thema…


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