Über die Alpen 2013 (4)

12Aug13

Diese Etappe hatte es nun wirklich in sich. Angegeben mit glatten Stunden Gehzeit, Geröll und seilversicherten Stellen, sollte sie es tatsächlich in sich haben. Die Bergriesen, die am Vortag nur Kulisse gewesen waren, mussten nun tatsächlich erklommen werden:

Bergriesen am Morgen

Zwar steigt man in aller Regel nicht haargenau dort hinauf, wo es am Schwierigsten und am Spektakulärsten aussieht. Sehr steile Wege…

Steiler Anstieg Richtung Birkkarspitze

…und Schneefelder (Ende Juli!) flößen dennoch genügend Respekt ein und zehren an der Kondition:

Queren eines Schneelfelds

Schließlich musste ich auch noch im Fels richtig kraxeln, allerdings stets verwöhnt von beeindruckender Aussicht und mit der Sonne im Gesicht und im Herzen:

Eine kleine Felskraxelei

Von diesem Rhythmus fast beschwingt, ging es nun noch etwas höher hinaus. Während sich das Gros der Wanderer auf dem Schlauchkarsattel ausruhte…

Schlauchkarsattel mit Rastenden

…zog es mich noch höher hinaus auf die Birkkarspitze, mit 2749 Metern der wahre Gipfel des Karwendelgebirges. Der Weg dorthin ist größtenteils ein leichter Klettersteig, und weder vom konditionellen noch vom technischen Anspruch her zu vergleichen mit dem Anstieg bis dahin. Die knapp 100 Höhenmeter noch zu meistern, belohnt aber neben einer Top-Aussicht mit dem guten Gefühl, tatsächlich ganz oben gewesen zu sein:

Auf der Birkkarspitze

In der Ferne kann man von dort bei der Super-Föhn-Sicht, die ich hatte, die Zugspitze sehen:

Blick von der Birkkarspitze Richtung Osten

Doch auch für die, die sich den Abstecher in die ultimative Höhe nicht gegönnt hatten, war das Abenteuer mit der Ankunft am Sattel nicht beendet. In quasi jedem Reiseführer steht der unwitzige Witz, das Schlauchkar (welches Geröll-Brocken-Gemisch ich mit dieser Etappe durchquerte) könne seinen Namen auch daher haben, dass es schlauche. Jedenfalls ist der Abstieg nicht weniger spektakulär als der Aufstieg. Ein supersteiles Feld recht feinen Gerölls wechselt sich unregelmäßig mit seilversicherten Stellen ab:

Schwieriges Gelände bem Abstieg von der Birkkarspitze

Schneefelder bilden in dieser Umgebung eher „leichtes Terrain“, zumal sie eine Entlastung für Knie und die Handgelenke in den Schlaufen der Teleskopstöcke bedeuten:

Schneefelder wirken als Entlastung

Gleichzeitig habe ich hier erlebt, was ich am Gebirge am meisten liebe: Weite und Kargheit (auch wenn die Sonne irgendwann ganz schön aufs Haupt brennt):

Kargheit im Schlauchkar

Danach, und es dauerte, dauerte und dauerte und wurde nur unwesentlich flacher und einfacher zu gehen, hatte ich mir eine Pause redlich verdient. Eine Furt über den wunderbar klaren Birkkarbach lud ein, die Füße zu kühlen:

Füße kühlen im Birkkarbach

An derselben Stelle gab es gleich auch noch eine spektakuläre Einbrücke zu sehen, an die ich mich kraxelnd heranwagte. Unterwärts tropft es spür- und hörbar von der „Decke“:

Einsrücke über dem Birkkarbach

Abgesehen von einer weiteren Stelle Geröll-Fels-Mischgelände, bei dem ich nicht wusste, wo und wie treten und ob mit Stöcken, war damit das Spektakuläre der Etappe durchgestanden. Die Schlechte Markierung zur Lafatschalm hin wurde durch den Klang von Kuhglocken mehr als ausgeglichen. Nach einer Rast bei Speckbrot und Radler ging es dann frohen Mutes die letzen Meter und Höhenmeter Richtung Hallerangerhaus, einer Alpenvereinshütte mit sehr freundlicher und äußerst kochkundiger Bewirtung. (Die Hütte liegt außerdem mitten in einem Kletterrevier!)

Den nur noch kurzen verbleibenden Abend ließen wir Weitwanderer dann gemeinsam bei Essen, Trinken und Kartenspiel ausklingen. Eine sehr anstrengende Etappe!

Fortsetzung folgt!

Alpenglühen am Halleranger



One Response to “Über die Alpen 2013 (4)”

  1. sehr schöner Mehrteiler – Faszination „Berge“….

    wo bleibt die Fortsetzung?

    LG
    Martin


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