Über die Alpen 2013 (6)

06Dez13

Der sechste Wandertag führte mich – nun in Begleitung von Roland – vom Glungezer zur Lizumer Hütte. Es gibt an dieser Stelle (und bereits beim Etappenziel des Vortages) mehrere Varianten. Wir fuhren mit der Bergbahn (Sessellift) von Hall aus auf den Berg Glungezer. Auf diesen hinauf wird jeweils am 1. Septemberwochenende (1 Woche nach unserem Aufenthalt) ein ca. 15 km langer Berglauf veranstaltet, dessen letzte 150 Höhenmeter wir nach dem Ausstieg aus dem Lift erleben durften. Ich jedenfalls habe nun große Lust bekommen, den Lauf auch einmal zu machen.

Am Gipfel des Glungezer

Am Gipfel des Glungezer

Einmal auf der Spitze des Glungezers stehen, stellte sich die Frage der Umkehr eigentlich nicht mehr. Das heißt, wir hatten uns für den Gratweg entschieden und damit für eine lange (im Wanderführer mit 5-6 Stunden angegebene) und aus meiner Sicht auch grenzwertige Kraxelei über Blockwerk. Auch der Wind war an diesem Tag nicht zu ignorieren, so dass ich teilweise nicht auf der Ostseite des Grats gehen konnte, ohne mich stark dagegen zu stemmen.

Starker Wind am Grat

Starker Wind am Grat

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass es kein verdammt tolles Gefühl war, dort oben zu stehen und Gipfelkreuz um Gipfelkreuz und Gipfelbuch um Gipfelbuch abzuhaken:

Gipfelfreuden

Gipfelfreuden

Dennoch: Ich kam an meine Grenzen – zumindest diejenigen der Angstüberwindung und des Hoffens auf Bewahrung vor dem großen Fehltritt. Irgendwann kommt dann der schöne Moment, wo sich das Blockwerk des Grats in breite, grasbewachsende Erdrücken wandelt und vor einem – in unserem Fall schräg vorne links – ein Berg auftaucht, den man an diesem Tag nicht mehr überwinden muss.

Dennoch war die Etappe nach den 4 Stunden, die wir tatsächlich gebraucht hatten, noch nicht vorbei. Es folgte eine Hochebene, Weide auf Weide Schließlich dann kommt eine Straße. Und zieht sich – zu früh gefreut – doch noch fast eine Stunde hin. Entschädigt allerdings wurden wir für diesen Teil des Weges. Nämlich mit Sonne und mit den Tieren, von denen man sonst nur das Pfeifen hört und die die Sonne auch nur allzu gern genießen: Murmeltiere:

Ein Murmeltier genießt die Sonne

Ein Murmeltier genießt die Sonne

Nicht sehr herzlich empfangen wurden wir schließlich in der übervollen Lizumer Hütte. Zwar taute der Wirt am späteren Abend noch richtig auf, und auch das Essen („entweder Menü oder gar nichts!“) war qualitativ nicht zu tadeln. Trotzdem gilt immer noch, dass der erste Eindruck leicht der bleibende sein kann – und Gastfreundschaft für erschöpfte Bergmenschen anders aussieht.

Zumal der nächste Tag noch einmal eine Steigerung der Aufregung bringen sollte.



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