Wenn der Schweinehund siegt…

08Dez13

Eigentlich sollte ich jetzt gar nicht zuhause sein. Sondern gerade den Siebenhebirgs-Marathon gefinisht haben. Doch dazu sollte es heute nicht kommen. Nicht vorangemeldet, schlug ich um kurz nach 8 heute morgen am am Aegidiusplatz in Aegidienberg auf. Nachdem ich gestern dort der Anmeldezeit zuvor gekommen war (und angesichts strömenden Tegens froh war, die Entscheidung aufschieben zu können), bot sich heute das gleiche Bild – nur in der winterlichen Morgendämnerung.
Nachdem der Weg nach Aegidienberg von Bonn aus über den „Vater Rhein“, vor der zu erahnenden Kulisse des Drachenfels, schon irgendwie abenteuerhaft war, verlor ich, einmal an diesem „Ende der Welt“ angekommen, wo der Marathon starten sollte, Mut und Lust zugleich. Ohne auch nur auszusteigen, machte ich auf dem Parkplatz kehrt, Autobahn Richtung Köln, Siebengebirge, Bergisches Land, während sich Regen und allgemeine Trübheit des Wetters abwechselten.
Ich weiß, dass „wir“ Läufer_innen und gerade wir Ultras in der Pose der Uberschütterlichen gefallen. Im Gestus derjenigen, die sich durch das Wetter und eine womöglich erhöhte Schwierigkeit der Streckenverhältnisse erst recht angespornt fühlen. Ich kenne dieses Gefühl. Aber nach einigen wirklich schlechten Erfahrungen weiß ich, dass es ein Kostbares ist. Mit mentalen Energien muss man genau so haushalten, wie mit körperlichen. Und wenn man da gerade anderweitig einen Schlag abgekriegt hat (oder waren es mehrere?), dann ist es nur menschlich, auch mal den einfachen Ausweg zu wählen.
Und dafür jetzt so weit gefahren? Von Braunschweig bis ins Siebengebirge, ja spinnt die denn? – Aus meine Sicht hat sich der Weg gelohnt. Erstens, weil ich so die Chance bekam, einen netten Menschen wiederzutreffen. Und zweitens, weil Selbsterkenntnis unbezahlbar ist!
Gelaufen bin ich dann aber doch noch: ca. 11 Kilometer um einen See bei mir in der Nähe, die meisten davon am Anschlag. Mal wieder Seitenstiche zu haben, ist auch ein Erlebnis.
Frohes und achtsames Laufen allerseits!



3 Responses to “Wenn der Schweinehund siegt…”

  1. Frei sein in der Entscheidung, sich nicht verpflichtet fühlen, auf die innere Stimme hören…was soll daran schlecht sein?

    Salut
    C.

    • 2 Christiane

      @DocRunner: Nichts, aber auch gar nichts ist daran schlecht. Ich beobachte nur eine gewisse Tendenz, ausschließlich Erfolge darzustellen. Oder: alles, was man tut, als Erfolg darzustellen. Aber so ist das Leben nunmal nicht. Ich kann nicht mal sagen „leider“…

  2. 3 Julian

    Hallo Christiane,

    klar versucht man sich immer an Erfolgen zu messen aber letztenendes geht es einfach nur darum Spaß an einer Sache zu haben und es nicht zu einem Wettkampf werden zu lassen. Steck dir einfache Ziele!!
    Habe schon lange nichts mehr von dir übers Laufen gelesen aber ich hoffe du machst immer noch weiter. Eventuell interessiert dich auch der neue Wettbewerb für Läufer auf der ISPO Community. Mitmachen ist ganz easy:

    Nur ein spannendes Voting rund ums Thema Laufen posten und dann möglichst viele Stimmen auf das Voting sammeln – in der Community und natürlich durch die Unterstützung von Freunden und Gleichgesinnten.
    Gewinnen kann man natürlich auch: Derjenige, der bis zum 31. Juli die meisten Votes auf sein Voting erzielt, wird mit einem Osprey-Rucksack Raptor14 mit Trinkschlauch belohnt, außerdem werden unter allen Teilnehmern noch fünf S’well Trinkflaschen verlost.
    Hier geht’s zum Wettbewerb und allen Infos:

    http://community.ispo.com/contest/voting-wettbewerb-laufen

    Schon eine Idee für ein spannendes Voting? Dann mach mit!
    Wir freuen uns natürlich auch über einen Blog-Post mit Hinweis auf den Voting-Wettbewerb! Gerne stellen wir Dir dafür Bildmaterial zur Verfügung; gib einfach kurz Bescheid, falls wir Dir etwas zuschicken sollen.

    Vielen Dank vorab & schöne Grüße

    Julian vom ISPO Community Team


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