Tansania-Bergtouren (4)

23Mrz14

Heute geht es nun wirklich auf zum „Kili“. Wir steigen ab, von der Miriakamba Hut zum Momella Gate, wo ein Wagen auf uns wartet. Dieser bringt uns auf einem wenig befahrenen (und zumindest diesem Fahrer zuvor unbekannten) Weg vom Mt. Meru zum Kilimandscharo.

Doch zunächst hält der Abstieg noch ein paar Attraktionen für uns bereit. Wir stapfen abwechselnd durch den Dschungel und offenes Grasland, steil bergab, denn für die Rücktour hat unser Ranger-Guide den kürzeren Weg gewählt. Vor uns im Blick schon immer der Kili:

Abstieg: Den Kili im Blick

Abstieg: Den Kili im Blick, Foto: TS

Hinter uns – zum Verabschieden – der Meru:

Abstieg: Im Hintergrund der Meru

Abstieg: Im Hintergrund der Meru

Spielkinder, die wir nunmal sind, erkennen wir in jedem Baum und jedem Strauch etwas Besonderes. Im Regenwald mit seinem alles durchdringenden Grün und seinen mannigfaltigen Riesenformen aller Pflanzen vielleicht auch keine Kunst:

Faszination Regenwald

Faszination Regenwald

Und obwohl die Zeit drängt, lassen wir uns noch zu einem Abstecher zu einem Wasserfall hinreißen. Ein kleiner Taleinschnitt ist an den Seiten von Baumwurzeln komplett bedeckt und von einem Blätterdach beschützt:

Wurzelumrankter Taleinschnitt

Wurzelumrankter Taleinschnitt

Und der Wasserfall selbst erst. Fällt aus 20 Metern Höhe, schillert in Augenhöhe in allen Farben des Regenborgens. Doch am Besten: Er spendet eine angenehme Kühle, willkommene Abwechslung, die man glücklicherweise erst bemerkt, wenn man sie hat (und nach der man sich nicht vorher schon stundenlang gequält sehnt).

Wasserfall: Traumhaft angenehm

Wasserfall: Traumhaft angenehm

Dann noch einmal: Tiere über Tiere. Nachdem es Giraffen ja schon einmal gab (zu diesen Exemplaren hätte man direkt hingehen können), hier die Familie Hängebauchschwein. Wie bei allen Schweinen hört man sie fast mehr, als dass man sie sieht:

Grunz: Familie Hängebauchschwein

Grunz: Familie Hängebauchschwein, Foto: TF

Dann sind wir am Gate. Unser Fahrzeug wartet, die Träger beladen es, während wir Formalia regeln. Derer gibt es vor allem unsere Urkunde für die Besteigung des Mt. Meru (wir kommen überein, sie zusammen mit der eventuelle Kili-Urkunde am dortigen Gate in Empfang zu nehmen) und die Trinkgeld-Vergabe an unsere Mannschaft. Dabei gab es einige lange Gesichter. Für künftige Aspiranten auf Afrika-Trekking erzähle ich Details gern persönlich…

Dann also: Fahrt über eine ziemlich abenteuerliche Piste. Das folgende Foto mag einen Eindruck davon vermitteln:

Transfer Meru-Kili: Abenteuerliche Piste

Transfer Meru-Kili: Abenteuerliche Piste

Unabhängig davon ist diese Tour jedoch unendlich interessant. Wir passieren Massai-Siedlungen, sehen die traditionellen runden Hütten und teilweise sehr sorgfältig gepflegte Gärten in kleinen Dörfern.

Massai-Hütten

Massai-Hütten

Nicht fehlen dürfen natürlich auch die Rinder, die den traditionellen Reichtum dieses jetzt halb sesshaft gewordenen Volkes ausmachen. Sie befinden sich stets in (näerer oder entfernter) Begleitung von einigen wenigen Massai. Rührend finde ich, dass sogar die kleinen Jungen Sweatshirts in Rot tragen – der traditionellen Farbe der Kangas (Gewänder, „Wolldecken“) stolzer Hirten und vor allem Krieger. Leider kann ich hier keine Fotos zeigen – Massai zu fotografieren, gilt als unhöflich. Das gilt zumal, wenn man aus dem Auto heraus nicht in der Lage ist, einen kleinen Ausgleichs-Obulus zu entrichten.

Irgendwann, die Fahrt dauert 2 Stunden für ca. 50 Kilometer, sind wir am Londorossi Gate angekommen. Hier wird unser Auto entladen, wobei die meisten Gepäckstücke sich eh auf dem Dach befinden. Nebenbei gibt es die übliche Bürokratie – unsere Namen samt Passnummer und augeübtem Beruf eintragen ins nicht ganz so goldene Buch der Nationalparkverwaltung. Und dann wird das Gepäck der Träger gewogen. Diese dürfen nicht mehr als 15 Kilogramm „Zuladung“ von ihren touristischen Nutznießern bekommen.

Am Gate: Auto entladen, Gepäck wiegen

Am Gate: Auto entladen, Gepäck wiegen

Dann tun wir, was wir immer wieder tun: warten. Warten, dass die Bürokratie getan ist. Warten, dass die Träger bereit sind. Warten, bis man uns sagt, dass es weitergeht. Unterdessen: Toilettengang (es gibt KloPa ;-)), das Ritual, uns mit Sonnencreme einzuschmieren.

Endlich geht es weiter. Wir fragen uns noch, wo die große Reisegruppe geblieben ist, die vor uns hier „eingecheckt“ hat. Dann werden wir wieder in unseren überladenen Kleinbus gezwängt und verstehen. Weitere 30 Minuten Fahrt, die Straße wird nicht nur schlechter, sondern auch steiler (bergab). Plötzlich stopp, mitten in der Pampa, an einer unscheinbaren Weggabelung.

Stopp in der Pampa

Stopp in der Pampa

Nach einem reichlichen Imbiss, mit dem uns unsere Mannschaft angenehm überrascht, sind wir dann endlich auf dem Weg. Zum Kili. Fühlt sich an wie? Bei 30 Grad und bedecktem Himmel durch die Feldmark wandern. Nichts Besonderes. Angesichts der tiefen Fahrfurchen fragen wir uns (und auch unseren Guide), wie weit man denn hier mit dem Fahrzeug käme.

Bei 30 Grad durch die Feldmark

Bei 30 Grad durch die Feldmark

Unser Assistant-Guide zeigt uns zwischendurch wilde Physalis, an der wir glatt vorbeigestapft wären:

Fachkundiges Auge: Wilde Physalis

Fachkundiges Auge: Wilde Physalis

Tatsächlich konzentrieren wir uns lieber auf unsere Füße. Man benötigt keinen Kurs in Tropenmedizin oder Parasitologie um zu wissen, dass man in kniehohe Matschpfützen in Afrika lieber nicht hineinstolpern möchte.

Dann kommen wir an den Punkt, ab dem es wirklich nicht mehr mit einem Fahrzeug weiterginge. Der Weg ist steil:

Der Weg : Steil

Der Weg : Steil

Und reichlich matschig ist er auch:

Der Weg: Matschig

Der Weg: Matschig

Als Ausgleich wird er nun aber auch wieder abenteuerlicher. Nichts mehr erinnert an Feldmark, sattes Grün, Baumriesen, Schlingpflanzen und ein Über-, Mit- und Durcheinander der Pflanzen bestimmen die uns umfangende Kulisse:

Wieder im Dschungel

Wieder im Dschungel

Schließlich erreichen wir das Big Tree Camp. Im Gegensatz zu Alpenvereinshütten haben diese Dinger die Eigenschaft aufzutauchen, bevor man sich stundenlang nach ihnen verzehrt hat:

Ankunft im Big Tree Camp

Ankunft im Big Tree Camp

Nach der üblichen Bürokratie (eintragen ins Registerbuch beim Ranger) gibt es dann Essen. Zunächst „Tea“ (mit Popcorn), dann Abendessen, das ich hier mal exemplarisch zeige:

Abendessen: Beispiel

Abendessen: Beispiel

Dann geht es nach Katzenwäsche ab in die Zelte. Ich schlafe schlecht, denn mein Schlafsack ist zu dick. Von wegen, auf 2.800m ist es auch am Äquator kühl…

Morgen geht es weiter – bergauf natürlich!



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